Ökonomische Effekte von Tourismus in Großschutzgebieten

Im Rahmen des F&E-Vorhabens "Ökonomische Effekte von Tourismus in Großschutzgebieten" wurde eine Methode zur Quantifizierung touristisch induzierter regionalökonomischer Effekte in Großschutzgebieten (GSG) erarbeitet.
In der Folge wurde diese Methode auf Nationalparke angewandt: Für fünf deutsche Nationalparke wurde die Bedeutung des Tourismus für die jeweilige regionale Wirtschaft bestimmt und mittels einer Hochrechnung abgeschätzt, wie sich die Gesamtsituation bundesweit darstellt. Pro Jahr besuchen ca. 50,9 Millionen Menschen die deutschen Nationalparke und bewirken damit einen Bruttoumsatz von rund 2,1 Milliarden Euro. Dies entspricht etwas mehr als 69.000 Arbeitsplätzen, die vom Tourismus in Nationalparken abhängig sind. 20,6 Prozent der Besucherinnen und Besucher sind "Nationalparktouristen im engeren Sinne". Für sie ist das Schutzgebiet ein wichtiger Grund für den Aufenthalt in der Region.
Die Studie: Nationalparke
Die Ergebnisse der Studie belegen, dass der mit Nationalparken verbundene Tourismus einen beachtlichen wirtschaftlichen Beitrag für die Region leisten kann. Damit tragen Nationalparke auch zum Erhalt und zur Entwicklung langfristiger Arbeitsmarktpotenziale bei, ein Faktor der gerade in ländlichen Gebieten ganz wesentlich ist. Die Studie gibt detaillierten Aufschluss über Besucherstrukturen und Motivation von Gästen in den Nationalparken Deutschlands. Die vorliegende Ist-Analyse enthält wertvolle Hinweise für eine nachhaltige Tourismusentwicklung im Umfeld der Nationalparke, die gleichermaßen den Schutzzielen, den Ansprüchen der Gäste und der Wettbewerbsfähigkeit der Schutzgebietsregion gerecht wird.
Die von Nationalparken ausgehenden positiven wirtschaftlichen Effekte durch den Tourismus sind für die politische Diskussion über die Akzeptanz dieses Flächeninstruments sowie die Förderung strukturschwacher Räume von Bedeutung. Die im Rahmen des Vorhabens gewonnenen Daten stellen eine solide Basis dar, um in der Bevölkerung und bei politischen Entscheidungsträgerinnen und –trägern mehr Akzeptanz für Schutzgebiete vor Ort und Naturschutz zu schaffen.
Aktuelle Untersuchung in deutschen Biosphärenreservaten
Die Quantifizierungsmethode wird daher nun auch für die Untersuchung deutscher
Bioshärenreservate entsprechend angepasst und genutzt, woraus sich u.a. eine Abschätzung der wirtschaftlichen Effekte für Gesamtdeutschland sowie Handlungsempfehlungen für eine verstärkte Umsetzung des nachhaltigen Tourismus in Biosphärenreservaten ableiten lassen. Erste Ergebnisse werden im Frühjahr 2012 erwartet.
Projektpartner ist die Ludwig-Maximilians-Universität Würzburg (
Prof. Hubert Job, Lehrstuhl für Humangeographie).


